Wie man ein Haus in Italien kauft

Wie man ein Haus in Italien kauft


By AlMare [CC BY-SA 2.5 (https://creativecommons.org/licenses/by-sa/2.5)], from Wikimedia Commons

Der fast endgültige Wegweiser zum Kauf eines Hauses in Italien.

Oh, Italien ist ganz in Ordnung. Das beste Land der Welt, in dem man leben kann.
– Mark Twain, in der New York Times, 10. April 1904

Sie überlegen also, ein Haus in Italien zu kaufen: herzlichen Glückwunsch! Sie möchten verstehen, wie dieser Prozess funktioniert. Selbstverständlich wollen Sie auf diesem Weg vermeiden, in Fallen zu treten. Zweifellos haben Sie viele Fragen. An der Oberfläche ist der Kaufprozess ziemlich einfach und in den meisten Fällen geht er reibungslos vonstatten … In Italien beträgt Wohneigentum fast 80% es kann also nicht so schwierig sein! Sie haben jedoch Recht, nicht einfach davon auszugehen, dass alles von selbst klappen wird.

Am Ende dieses Leitfadens sollten Sie sich viel besser vorbereitet fühlen. Ein Haus in einem fremden Land zu kaufen ist ein großes Unterfangen, deshalb ist dieser Text etwas länger, aber das Ziel ist, Sie zu informieren und keinesfalls abzuschrecken! Haben Sie kaum Zeit? Verwenden Sie einfach das Inhaltsverzeichnis, um die benötigten Abschnitte zu finden. Sie können uns auch gerne anrufen, wenn Sie wünschen, dass wir Sie durch diesen Prozess begleiten. Wir könnten uns sogar persönlich auf einen Kaffee treffen!

Wo ist der beste Ort in Italien, um ein Haus zu kaufen?

Für viele Menschen wird die Entscheidung, wo in Italien Immobilien gekauft werden sollen, aufgrund familiärer Verbindungen oder Arbeitsanforderungen getroffen. Für andere wiederum haben Seen, Berge oder das Meer einen gewissen Reiz. Mit 301.338 km² bietet Italien für jeden etwas. Wenn Sie nicht bereits einen bestimmten Ort im Kopf haben, schauen Sie sich die besten Plätze in Italien an. Hier können Sie Vor- und Nachteile der verschiedenen Gebiete abwägen, in denen Sie vielleicht gerne leben würden.

Ein Zuhause in Italien finden

Online trifft Fragmentierungsrealität

Im Internetzeitalter scheint „online“ intuitiv der Ort zu sein, wo man nach einem Zuhause suchen kann. Doch bald wird eine italienische Realität offenkundig: Der italienische Immobilienmarkt ist frustrierend zersplittert. Es gibt nämlich nicht (wie Rightmove in Großbritannien, Realtor.com in den USA oder Immobilienscout24 in Deutschland) eine „einzige“ maßgebliche Website, sondern viele einzelne. Schnell werden Sie sich bei identischer Suche über fünf verschiedene Suchwege auf fünf verschiedenen Webseiten wiederfinden. Die Suchergebnisse auf einer bestimmten Webseite können das gleiche Haus viermal enthalten, sogar mit zwei oder mehreren unterschiedlichen Preisen! Andere Häuser werden möglicherweise überhaupt nicht auf einer der Webseiten aufgeführt. Außer Sie geben den korrekten Ort gar nicht an – was natürlich auch nicht so gut ist. Andererseits werden einige Luxusimmobilien auch nirgendwo öffentlich aufgelistet, da oft der Wunsch des Besitzers nach vollständiger Diskretion besteht.

Es gibt trotz gegenteiliger Behauptungen kein umfassendes italienisches „MLS“ (Multiple-Listing-System) (wenn Sie “ MLS“ auf einer Italienischer Website sehen, werden Sie leicht in die Irre geführt).

Kleinanzeigen

In vielen Gebieten gibt es immer noch auch lokale Kleinanzeigen, die zur Fragmentierung beitragen.

Herumbummeln

Ein anderer Ansatz besteht darin, durch eine Gegend zu wandern und „links und rechts“ des Weges auf der Suche nach „Vendesi“-Schildern Ausschau zu halten. Doch nicht alle Immobilien sind von der Straße aus sichtbar. Manche eigentlich verfügbare Immobilie hat kein Schild, da der Eigentümer ein Maximum an Diskretion wünscht.

Lassen Sie für sich einen seriösen Immobilienmakler arbeiten

Mit viel Ausdauer können Sie Ihr ideales Zuhause in Italien auf eigene Faust finden. Ein zuverlässiger lizenzierter Immobilienmakler kann aber exakt der Partner sein, den Sie benötigen.

Sein Wissen und seine Hilfe können Ihnen Zeit und Geld sparen. Er kann Ihnen dabei helfen, durch die Feinheiten des Kaufprozesses zu steuern, einschließlich einer Kaufprüfung für eine Immobilie vor der Eigentumsübertragung, damit nicht in letzter Minute Probleme auftauchen.

Die aktuelle italienische Gesetzgebung verlangt, dass Immobilienmakler in Steuerrecht, sowie weiteren rechtlichen und technischen Bereichen geschult, zertifiziert und lizenziert werden (nur durchschnittlich 20% der Kandidaten bestehen die Prüfung). Darüber hinaus müssen sie eine Berufshaftpflichtversicherung abschließen. Ein guter Immobilienmakler ist also wirklich bestens gewappnet, um Sie durch jeden Schritt des Immobilienkaufprozesses zu führen.

Zu den Vorteilen, die Sie als Käufer erwarten können, wenn Sie mit einem professionellen Makler arbeiten, zählen:

  • Unterstützung bei der Suche nach dem idealen Zuhause am richtigen Ort, gemäß Ihren Anforderungen
    • Er ist ein Experte für die Suche nach den verschiedenen Online-Anzeigen.
    • Er wird jede Immobilien überprüfen, damit Sie Ihre wertvolle Zeit nicht mit der Besichtigung von Immobilien verschwenden, die Sie nicht in die engere Auswahl nehmen würden.
    • Er kann Ihnen Immobilien vorschlagen, die nicht offiziell auf dem Markt sind.
  • Umfassende Kenntnisse in technischen, rechtlichen und steuerlichen Fragen im Zusammenhang mit Immobilien.
  • Umfassende Kenntnisse der aktuellen Marktbedingungen.
  • Überprüfung der Dokumente infrage kommender Immobilien, bevor Sie ein Angebot unterbreiten – von Eigentumsnachweisen bis zu Eigentumswohnungsvorschriften, soweit erforderlich.
  • Hilfestellung beim Verstehen von Finanzierungsmöglichkeiten (von Hypothekendarlehen bis zu Mietkauf).
      Hinweis: Ein Makler ist gesetzlich nicht befugt, ein bestimmtes Hypothekendarlehen oder andere Finanzierungslösungen zu empfehlen – dies ist den zugelassenen Finanzberatern vorbehalten.
  • Verhandlungshilfe
  • Unterstützung bei der Vertragsgestaltung bis hin zur Einhaltung gesetzlicher Vorschriften.
  • Gesetzlich garantierte Unparteilichkeit.

Maklerprovision

Ein Immobilienmakler ist gesetzlich verpflichtet, unparteiisch zu handeln. Er arbeitet sowohl im Namen des Käufers als auch des Verkäufers. Daher wird seine Provision normalerweise von Käufer und Verkäufer bezahlt. Jeder Makler bestimmt seine Provisionsrate selbst . Ein Käufer zahlt in der Regel 3% + MwSt. vom Verkaufspreis; einige Makler werden für Immobilien in ländlichen Gebieten aufgrund der zusätzlichen Kosten 4% oder mehr berechnen. Für die ersten 1000 € der Provision für den Kauf eines ersten Hauses können 19% von der Einkommensteuer abgezogen werden.

Ein paar Notizen, falls Sie einen Makler beauftragen sollten

  • Die Begriffe Agent und Broker: Einige Länder außerhalb Italiens kennen voll qualifizierte Immobilienmakler und Junior-Agenten. In Italien müssen alle Immobilienfachleute, die Käufer und Verkäufer zusammenbringen, voll qualifiziert sein; die Begriffe Agent und Broker sind austauschbar.
  • Einige Agenturen setzen auch nicht lizenzierte Mitarbeiter ein, die direkt mit Kunden zusammenarbeiten. Alles, was diese jedoch über Verwaltung hinaus tun, ist gesetzlich nicht gesichert. Sie als Kunde haben das Recht, direkt mit einem zertifizierten und lizenzierten Makler zu interagieren. Um Sie zu schützen, sagt das italienische Gesetz:
    • Sie schulden keine Gebühr, wenn Sie einen nicht lizenzierten Makler konsultieren.
    • Der Name des Maklers muss in der notariellen Urkunde angegeben werden, auch wenn dieser rechtlich nicht qualifiziert ist.
      • Sie müssen mit einer Geldbuße in Höhe von 500 bis 10.000 € rechnen, wenn Sie dies nicht befolgen.
  • Sie können an jemanden geraten, z. B. an einen Zahnarzt, Rechtsanwalt, Buchhalter, Architekt oder Übersetzer, der als Immobilienmakler Schwarzarbeit leistet. Wenn jemand bezahlterweise Immobilienkäufern und -verkäufern behilflich sein will, muss er auch den gesetzlich vorgeschriebenen Schulungs- und Lizenzierungsprozess durchlaufen. Außerdem regelt das Gesetz, dass er nicht sowohl Immobilienmakler als auch Anwalt usw. sein darf. Solche Schwarzarbeit ist in Italien illegal und mit einer Geldstrafe bis zu 15.000 € belegt. Ein schlauer Betrüger wird Ihnen vielleicht sagen, dass er keine Lizenz benötigt. Jedoch müssen alle, auch Engländer und Deutsche, die als Makler in Italien tätig sind, die beschriebene Lizenz innehaben. Sagen Sie bitte nicht, dass Sie nicht gewarnt wurden.
  • Wie in jedem Beruf gibt es auch hier einige schwarze Schafe, die übermäßig viel Aufmerksamkeit erreichen. Die menschliche Natur neigt dazu, eher Negatives zu betonen, als eine gut gemachte Arbeit zu loben. Aber neben jedem schwarzen Schaf gibt es viele gute Immobilienprofis, die sich im Auftrag ihrer Kunden sehr engagieren.

Einen Immobiliensucher (Agenten des Käufers) beauftragen

Ein Immobiliensucher (Englisch: Property finder) auch „Agent des Käufers“ oder „exklusiver Käufer-Agent“ genannt, ist ein Immobilienmakler, der ausschließlich im Auftrag des Käufers, anstatt für beide, den Käufer und Verkäufer (der Normalfall in Italien) oder nur für den Verkäufer, arbeitet. Als Vermittler, der für beide, Käufer und Verkäufer, agiert, muss ein Immobiliensucher ein zertifizierter und lizenzierter Immobilienmakler sein. Jeder, der das nicht ist, macht sich strafbar.

Einen Verkäufermakler (Verkäufer-Agenten) beauftragen

Um sich über die Verfügbarkeit einer bestimmten Immobilie zu informieren, die Sie durch die Arbeit eines Maklers entdeckt hatten, der im Verkäuferauftrag gearbeitet hat, können Sie normalerweise mit diesem Agenten kooperieren. Er muss nach dem Gesetz unparteiisch im Auftrag des Käufers und Verkäufers arbeiten.

Theoretisch könnten Sie selbst dann immer noch Ihren persönlich bevorzugten Makler auswählen, der in Ihrem Namen den ersten Kontakt mit dem Makler des Verkäufers aufnehmen würde. Dies geschieht ist in der Praxis jedoch nicht allzu häufig. In Italien gibt es keine Garantie, dass ein Makler des Verkäufers bereit wäre, mit anderen Maklern zusammenzuarbeiten, da er die Provision nicht teilen möchte. Während eine umfassende Zusammenarbeit insgesamt für Käufer, Verkäufer und Makler am besten erschiene, haben einige Makler eine eher egoistisch eingeschränkte Sichtweise.

Unterbreiten Sie ein Angebot, sobald Sie Ihr ideales Zuhause gefunden haben

Sie haben das Zuhause Ihrer Träume gefunden, herzlichen Glückwunsch! In der Regel unterbreitet der angehende Käufer dem Verkäufer einen Vorschlag. Es kann sich dabei um ein informelles mündliches Angebot (ohne Rechtsverbindlichkeit) handeln. Es kann aber auch ein schriftlicher Vorvertrag sein, der mit der Annahme durch den Verkäufer verbindlich wird. Ist das Angebot mündlich formuliert, können die Parteien einen schriftlichen Vorvertrag abschließen, wenn sie den tatsächlichen Eigentumsübergang zu einem späteren Zeitpunkt vornehmen wollen. Diese Vorgehensweise ist aber freiwillig. Der letzte Schritt des Erwerbsprozesses ist die notarielle Urkunde (genannt Rogito) und der Eintrag in das Liegenschaftsregister.

1. Angebotsvorschlag → 2. Vorvertrag → 3. notarielle Urkunde („Rogito“, Übertragung des Eigentums)

Hinweis: Nur der 3. Schritt, die notarielle Urkunde (rogito), ist rechtlich unbedingt erforderlich.

1. Das Kaufangebot

Im Angebotsvorschlag gibt der Interessent an, was er bereit ist zu zahlen und zu welchen Bedingungen. Ein mündliches Angebot ist oft nützlich, um zu sehen, ob ein Verkäufer Ihre Bedingungen akzeptiert, ohne sich selbst wesentlich zu verpflichten. Das hat aber einen sehr geringen praktischen Nutzen (per Gesetz ist zwingend eine schriftliche notarielle Beurkundung erforderlich). Eine übliche Vorgehensvariante besteht darin, mit dem Verkäufer einen vorläufigen Vorvertrag mit einer Annahmefrist von i.d.R. ca. 15 Tagen zu vereinbaren. Wurde ein solcher Vorschlag erstellt, wird er für die Parteien bindend, sobald er vom Verkäufer akzeptiert wird.

Achtung: Bei einigen Vertragsvorschlägen handelt es sich lediglich um ein Versprechen, einen zukünftigen Vertrag zu vereinbaren, der wiederum die Erfüllung der öffentlichen Urkunde verspricht.

Tipp: Stellen Sie vor dem Angebot sicher, dass Sie vollständig verstehen, was Sie kaufen würden; siehe Abschnitt Kaufprüfung.

2. Der Vorvertrag (il contratto preliminare, genannt „compromesso„)

In den meisten Fällen werden die Parteien eine Vorvertrag abschließen, umgangssprachlich compromesso (Kompromiss) genannt. In ordnungsgemäßer Form ist das ein rechtsverbindlicher schriftlicher Vertrag. Er sagt eine Notariatsurkunde für die Eigentumsübertragung zu, die zu einem späteren Zeitpunkt abgeschlossen wird. Dies ist nützlich, wenn eine Partei noch einige Monate benötigt, bevor sie die formelle Eigentumsübertragung abzuschließen bereit ist. Das kann z. B. der Fall sein, wenn der Käufer noch ein Hypothekendarlehen abschließen muss oder wenn der Verkäufer noch nicht bereit ist, die Immobilie zu verlassen, oder wenn beides zutrifft.

Für diese schriftliche Vereinbarung gibt es drei gültige Rechtsformen: eine Privaturkunde (scrittura privata), eine authentifizierte Privaturkunde (scrittura privata autenticata) oder eine öffentliche Urkunde (atto pubblico). Eine authentifizierte Privaturkunde ist eine Privaturkunde, die zusätzlich von einem Notar unterzeichnet wird. Eine öffentliche Urkunde wird vom Notar erstellt, der dann die Authentizität der Unterschriften bezeugt.

Der Vorvertrag kann in das Liegenschaftsregister eingetragen werden. Das ist eine Option, die dem Käufer einen erheblichen zusätzlichen Schutz bietet, falls der Verkäufer vor der notariellen Beurkundung in Konkurs gehen sollte oder wenn ein krimineller Verkäufer die Immobilie zeitgleich auch an einen anderen Käufer veräußert. Wird ein Notar zur Authentifizierung oder zur Erstellung des Vorvertrages hinzugezogen (eine authentifizierte Privaturkunde oder öffentliche Urkunde), dann muss der Vorvertrag im Liegenschaftsregister eingetragen werden1.

An diesem Punkt des Prozesses wird eine Anzahlung geleistet; die Festlegung des Betrags liegt im Ermessen der Parteien. In der Regel sind es 5-20%. Die Anzahlung kann mehrere Formen haben: caparra confirmatoria (Angeld mit Kaufverpflichtung – die häufigste Art der Anzahlung), caparra penitenziale (Angeld mit Strafzahlung) oder einfach acconto (Anzahlung). Eine caparra confirmatoria verpflichtet die Parteien, die Transaktion abzuschließen oder die Anzahlung zu verwerfen. (Sollte den Verkäufer ein Verschulden treffen, muss er die Anzahlung komplett zurückzahlen und noch einmal den gleichen Betrag als Strafzahlung an den Käufer zahlen.) Die verursachende Partei kann außerdem für weitere Schäden verantwortlich gemacht werden und / oder auch zusätzlich gerichtlich zur Erfüllung des Vertrages gezwungen werden2. Eine caparra penitenziale gibt den Parteien das Recht, vom Vorvertrag zurückzutreten. Der Geschädigte hat dabei das Anrecht auf das Angeld, ohne jedoch weitere Schadensersatzansprüche oder die Vertragserfüllung einklagen zu können. Ein Acconto ist schließlich lediglich eine Anzahlung auf den Kaufpreis, die bei Nicht-zustande-Kommen des Vertrages zurückerstattet werden muss.

Der Kaufvertrag muss innerhalb von 20 Tagen registriert werden3; Wenn Sie eine Agentur in Anspruch nehmen, wird die Agentur die Registrierung für Sie vornehmen (im Falle einer öffentlichen Handlung wird der Notar [Notaio, im folgenden Abschnitt näher beschrieben] sie innerhalb von 30 Tagen registrieren und übertragen.)

Aktuelle Anmeldegebühren

SteuerArt der Anzahlung / StrafeMenge
Vertragsstempelpflicht (Imposta di bollo) 16 € je 4 Seiten oder 100 Zeilen
1 € pro Grafikseite (Grundriss)
– oder –
155 € wenn ein Notaio beauftragt wird
Registersteuer (Imposta di registro)Keine Anzahlung (selten!)200 €
Anzahlung mit Kaufverpflichtung (caparra confirmatoria)0,5% der Anzahlung
Anzahlungsverpflichtung mit Bußgeld (caparra penitenziale)3% der Einzahlung
Anzahlung (acconto)Person (en)3% der Einzahlung
Unternehmen200 € + MwSt.
Strafklausel (selten)3%; mindestens € 200

Tipp: Stellen Sie sicher, dass der Vertrag den Verwendungszweck des Angelds angibt. Standardmäßig wird von einer einfachen Anzahlung (acconto) ausgegangen.

Nach dem Gesetz zahlt der Käufer die Steuern auf die endgültige Urkunde4 – es sei denn, die Parteien entscheiden anders. Gebräuchlich ist, dass der Käufer außerdem die Anmeldegebühren für den Vorvertrag zahlt, da die Steuern auf die Anzahlung nur ein Vorschuss davon sind, was für die Urkunde geschuldet wird – es sei denn, die Parteien vereinbaren ein anderes Abkommen. An diesem Punkt kann es zu Verwirrung kommen, da das Gesetz vorsieht, dass im Gegensatz zu einem Vorvertrag, jede der von der Registrierung eines allgemeinen Vertrags profitierenden Parteien für den nicht rückzahlbaren Teil der Abgaben und Anmeldegebühren verantwortlich ist.

Die vorläufige Vereinbarung sollte Folgendes beinhalten:

  • Energieausweis plus eine Kopie davon sowie eine 16 € Steuermarke
  • Katasterauszug / Einsichtnahme (visure) inkl. Grundriss (jeweils 2 € Stempel)
  • Kopie des Formulars F23 mit Angabe der Steuerzahlung
  • Das Anmeldeformular 69

Hinweis: Die Steuermarken müssen zum Zeitpunkt der Vertragsunterzeichnung angebracht werden (sie dürfen nicht erst nach dem Vertragsdatum ausgegeben werden).

Für die zusätzlichen Kosten einer Eintragung (z.B, wenn ein Notar hinzugezogen wird) gelten folgende Sätze:

SteuerBetrag
Stempelsteuer (imposta di bollo)155 € (anstelle des oben angegebenen)
Grundbucheintragungsgebührwie in der vorherigen Tabelle angegeben
Registersteuer200 €
Hypothekarsteuer (tasse ipotecarie)35 €
Notar GebührBestimmt vom Notar basierend auf einer eigenen Preispolitik, die den Transaktionswert berücksichtigt.

Wenn Sie einen Makler beauftragt haben, ist ihre Gebühr jetzt fällig5.

Hinweis: In der Vergangenheit war der Vorvertrag oft bereits ein endgültiger Vertrag zur Übertragung des Eigentumsrechts. Dies schloss die Verpflichtung zur Wiederholung des Vertrages zum Zwecke der Eintragung im Liegenschaftsregister (trascrizione) ein. Die erste Vertragsversion würde normalerweise auf den realen Verkaufspreis verweisen; in der späteren Version des Vertrages wird oft auf einen niedrigeren Steuerbewertungswert verwiesen, um die Steuerbelastung des Käufers zu verringern. Obwohl diese Praxis nicht rechtmäßig war, war das so üblich. Die Behörden änderten im Jahr 2006 die Besteuerungsgrundlage für Transaktionen zwischen Privatpersonen. Maßgebliche Berechnungsgrundlage ist seitdem der Katasterwert (prezzo-valore) und nicht mehr wie zuvor der Kaufpreis. Dadurch wurde die Motivation für die frühere, unrechtmäßige Praxis beseitigt. Zudem werden falsche Wertangaben bestraft.

3. Notariatsurkunde / notarielle Urkunde (Rogito notarile)

Der einzige rechtskräftige Vermittlungsschritt ist der definitive Eigentumsübertragungsvertrag zwischen den Parteien, der vom Notar (Notaio) erstellt und bezeugt werden muss. Der Zahlungsbetrag geht direkt an den Verkäufer. Die Notargebühr und Übertragungssteuern werden vom Notar eingefordert, er stellt auch sicher, dass das Kataster (catasto) und das Liegenschaftsregister korrekt aktualisiert werden.

Laut Gesetz hat der Notar 30 Tage Zeit, um die öffentlichen Liegenschaftsregister zu aktualisieren. Je früher desto besser – also vergewissern Sie sich bei Ihrem Notaio, wann dies stattfinden wird und dass es erfolgt ist. Bei einem Hypothekendarlehen werden auch zu diesem Zeitpunkt die Hypothekenpapiere unterschrieben und der Notar trägt das Pfandrecht gegenüber dem erworbenen Eigentum auf den Namen des Kreditgebers ein. Hatten die Parteien keinen Vorvertrag (compromesso) vereinbart und die Leistungen eines Maklers in Anspruch genommen, ist jetzt dessen Provision fällig.

Zu den Verpflichtungen des Käufers gehören:

  • den Restbetrag bezahlen
  • verschiedene Gebühren und Steuern zahlen, die vom Notar eingeholt werden
  • zahlen Sie das Notarhonorar
  • zahlen sie das Honorar des Agenten, falls erforderlich und noch nicht beglichen

Zu den Verpflichtungen des Verkäufers gehören:

  • beeiden, dass der aktuelle Zustand der Immobilie dem im Grundbuch eingetragenen Katasterplan entspricht
  • Auskunft darüber geben, ob die technische Anlagen (impianti) die Norm erfüllen oder nicht
  • einen aktuellen Energieausweis für die Immobilie bereitstellen
  • das Honorar des Vermittlers bezahlen, falls erforderlich und noch nicht beglichen
  • die Schlüssel zum Eigentum übergeben; sicherstellen, dass die Immobilie frei von Personen und Dingen ist, sofern nichts anderes vereinbart wurde

Zu den Aufgaben eines Notars, die einen erfolgreichen Abschluss gewährleisten, gehören:

  • Besitzrechte klären
    • Sicherstellen, dass der Käufer über alle Altlasten bzw. Beschränkungen der Eigentumsrechte, die er ggf. erwerben muss, informiert ist
      • z.B. Dienstbarkeiten und Wegerechte, Pfandrechte (Hypothek, Grundschuld), Vorkaufsrecht u.Ä.
  • prüfen, dass es sich um ein rechtmäßiges Objekt und nicht um einen „Schwarzbau“ handelt
  • überprüfen der Identitäten der Parteien (Käufer/Verkäufer); sicherstellen, dass sie die gesetzlichen Voraussetzungen für den Abschluss der Vereinbarung erfüllen (z.B. Mindestalter, gesunder Verstand)
  • die anzuwendende Steuerregelung bestätigen und die fälligen Steuern einziehen
  • die Eigentumsübertragungsurkunde ausstellen, gewährleisten der Konformität mit allen anwendbaren Gesetzen
  • den rechtlichen Grundriss (planimetria) für die Immobilie beilegen
  • den Parteien die Notarurkunde vorlesen, um sicherzustellen, dass sie den Inhalt verstanden haben und dass dieser ihrem Willen entspricht
  • einziehen von Stempelsteuer und Steuern im Namen des Staates
  • Registrierung der Eigentumsübertragung beim Liegenschaftsregister und im Grundbuch (catasto)

Stempelsteuer und Steuern auf den Verkauf von Immobilien

Die Bestimmung der exakten Steuerbelastung ist etwas kompliziert, da eine ganze Anzahl von Variablen beteiligt ist. Die folgende Tabelle zeigt verschiedene Steuern, abhängig von der jeweiligen Situation. Verzweifeln Sie nicht, Ihr Immobilienmakler oder Notar kann Ihnen eine Übersicht über die anzuwendenden Steuern geben. Bei Verkäufen zwischen Privatpersonen werden Steuern auf der Grundlage des Katasterwertes berechnet, der in der Regel deutlich unter dem eigentlichen Marktwert liegt. Es gibt auch erhebliche Steuerbegünstigungen , wenn der Käufer das Haus als Hauptwohnsitz6 nutzt (Erstwohnung), mit Ausnahme von Luxusimmobilien, die als A1, A8 und A9 klassifiziert sind.

FallWenn gekauft vonSteuer- bemessungs- grundlageMwStEigentums- übertragungs- beleg- Registrierungsgebühr (Imposta di registro)Grundbuch- eintragungsgebühr (Imposta ipotecaria)Grundsteuer- registergebühr (Imposta catastale)Min. Dokumenten- registrierungsgebühr
Primäre Wohnung (außer Eigentumskategorien A1, A8, A9)Person (en)Katasterwert (rendita catastale * 100 erhöht um 5% & 10% (1.155))2%50 €50 €1000 €
Andere Häuser + Grundstücke, bebaubare GrundstückeKatasterwert (rendita catastale * 100 erhöht um 5% & 20% (1,26))9%
Primäre HeimatUnternehmenAktueller Verkaufspreis4%200 €200 €200 €
Zusätzliche Häuser10%
Häuser in den Kategorien A1, A8, A922%
AckerlandBei Verkauf an eine Vollzeit (60% +) Unternehmer (s)Aktueller Verkaufspreis200 €200 €1%1000 €
Bei Verkauf an Nicht-Vollzeit-Unternehmer (s)Aktueller Verkaufspreis12%€ 50€ 50

Wie Sie wahrscheinlich bemerkt haben, ist Italien sehr gut darin, komplexe Steuersysteme zu schaffen!

Hinweis: Wenn ein Vorvertrag geschlossen wurde, wird die Steuer auf eine Anzahlung dem geschuldeten Betrag für die Notariatsurkunde (Rogito) gutgeschrieben.

Prüfen Sie den Vertrag mit angemessener Sorgfalt, bevor Sie ihn unterzeichnen!

Stellen Sie sicher, dass die interessierende Immobilie mit angemessener Sorgfalt geprüft wird, bevor Sie ein Angebot abgeben. Sie vermeiden dadurch unliebsame Überraschungen im Nachhinein. Wenn Sie mit einem guten Immobilienmakler zusammenarbeiten, wird er Ihnen bei dem ganzen Vorgang helfen. Andere Fachleute können bei bestimmten Teilen des Prozesses helfen.

  • Führen Sie eine Vor-Ort-Besichtigung durch, um zu überprüfen, ob die Immobilie mit den Grundbuchunterlagen übereinstimmt
    • Abhängig von der Komplexität der Immobilie ist es vielleicht ratsam, einen Vermessungs-Fachmann (Geometra) oder einen Architekten zu beauftragen
      • Gebühren für eine Sichtung (z.B. Identifizierung, Vermessung, Bewertung, Aussage zur Untergrundbeschaffenheit) variieren je nach Standort und Komplexität, liegen aber in der Regel unter 1.000 €
  • Überprüfen Sie die aktuellen Eigentumsverhältnisse und die Eigentumsgeschichte der letzten 20 Jahre (Eigentumsverlaufsurkunde – visura ipotecaria)
    • Ihr Immobilienmakler sollte Ihnen ebenso wie ein Notaio eine offizielle Urkunde zur Verfügung stellen
      • Sie können auch einen Rechtsanwalt engagieren, aber das ist in Italien selten. Die Aufgaben, die ein Anwalt in anderen Ländern übernehmen würde, wird in Italien vom Notaio und manchmal auch vom Makler erledigt. Ein weiterer Fachmann für eine zweite oder dritte Meinung kann sicherlich ein zusätzliches Maß an Sicherheit beitragen.
    • Tipp: Es gibt einige Fälle, die besondere Beachtung verdient haben, etwa wenn Eigentumsrechte durch eine Spende oder eine Erbschaft übertragen wurden.
  • Prüfen Sie, ob Eigentumsbeschränkungen wie Wegerechte und andere Grunddienstbarkeiten, Pfandrechte oder unbefristete Pachtverträge bestehen (Oberflächenrecht)
    • Ein lizenzierter Immobilienmakler kann Eigentumsüberprüfungen für Sie durchführen. Alternativ können Sie einen Anwalt, der auf das Eigentumsrecht spezialisiert ist oder einen Notaio beauftragen, die Sie bei den zwei oben genannten Punkten unterstützen können
  • Überprüfen Sie, ob jemand beim Kauf der Immobilie über ein gesetzliches Vorkaufsrecht verfügt, z. B. ein vorhandener Mieter oder ein benachbarter Grundeigentümer
    • Prüfen Sie, ob die Immobilie im historischen Register aufgeführt ist, d.h. ob die Immobilie ggf. Beschränkungen unterliegt, die durch die Soprintendenza per i beni architettonici e paesaggistici überwacht werden.7
  • Überprüfen Sie die Gesamtkosten des Kaufs, einschließlich Steuern und Eigentumsgebühren.
    • Ihr Immobilienmakler kann Ihnen ein Prospekt geben, die eine Übersicht der Kosten enthält, die sich nicht nur nach dem Kaufpreis richten, sondern auch nach den Eigenschaften des Objekts, dem Profil des aktuellen Eigentümers (Geschäfts- oder Privatkunden), der Eigenschaft des Objekts… usw.
      • weitere Details zu Steuern und Kosten folgen
  • Bei der Erstellung eines Kaufangebotes oder Vorvertrags:
    • Geben Sie genau an, was Sie kaufen, z. B. eine Beschreibung der Immobilie und die Grundbuchkennzeichen für die Immobilie
    • Stimmen Sie Ihren Kauf auf die Lieferung aller rechtlichen Dokumente ab, die für das spezifische Objekt erforderlich sind (dies variiert je nachdem, wann das Gebäude gebaut wurde, beinhaltet im Allgemeinen aber Belegungszertifikat, Energieausweis, Baugenehmigungen usw.)
      • Wenn Sie ein Hypothekendarlehen aufnehmen, können Sie entweder ein Vorabgenehmigungsschreiben von Ihrer Bank erbitten oder das Hypothekendarlehen zu einer Finanzierungsvoraussetzung für Ihren Kauf machen.
        • ein Verkäufer ist möglicherweise nicht bereit, ein bedingtes Angebot anzunehmen
    • stellen Sie sicher, dass das Angebot ein Ablaufdatum aufweist
    • stellen Sie sicher, dass mündliche Zusagen schriftlich dokumentiert werden. Gibt es eine Baugenehmigung, um ein Schwimmbad zu installieren? Stellen Sie sicher, dass es dokumentiert ist.

Was ist ein Notaio (Notar) und was macht er?

Ein Notaio ist ein selbstständiger Beamter, der im allgemeinen öffentlichen Interesse tätig ist, er ist unparteiisch. Er stellt die Integrität der öffentlichen Urkunden, einschließlich Eigentumsübertragungen (sei es durch Kauf, Erbschaft oder Gerichtsurteil) sicher.

Im italienischen System führt der Notaio die Klärung der Besitzrechte durch und erstellt die Vertragsurkunde. Das sind Aufgaben, die ein Rechtsanwalt oder ein anderer Vertretungsberechtigter in Ländern, die das Common-Law-System verwenden, durchführt (z.B. USA, Großbritannien).

Ein Notaio ist von Gesetzes wegen für die Erstellung und Registrierung der Notariatsurkunde erforderlich. Da es der Käufer ist, der im Verkaufsprozess am meisten gefährdet ist, wählt dieser in der Regel den Notaio aus und trägt per Gesetz die Notaio-Gebühren. Obwohl die NotaioGebühr vom Käufer bezahlt wird, arbeitet der Notar (in scheinbarem Widerspruch) rechtmäßig im Auftrag des Staates und ist dazu verpflichtet, die Interessen sowohl des Käufers als auch des Verkäufers zu schützen. Ein Notaio darf keine Handlung vornehmen, wenn dadurch ein Interessenkonflikt verursacht werden würde, z.B. wenn eine der Parteien in einem Verwandtschaftsverhältnis zu ihm stünde.

Ein Quell möglicher Missverständnisse existiert dahingehend, dass ein Notaio keine Objektsichtung durchführt: Er überprüft nicht, ob der tatsächliche Zustand einer Immobilie dem entspricht, was zwar rechtlich dokumentiert ist, jedoch auf einer Aussage des Verkäufers basiert, die wahr oder falsch sein kann.

Notaio Kosten

Jeder Notaio legt seine Gebühren selbst fest. Die Gebühr ist normalerweise ein gleitender Prozentsatz des Verkaufspreises; je niedriger der Verkaufspreis, desto höher der Prozentsatz. Mit den Bersani-Reformen im Jahr 2006 wurden feste Gebühren abgeschafft. Die im Jahr 2012 veröffentlichte Anleitung verweist als Orientierung auf eine durchschnittliche Gebühr von 1,1% für einen durchschnittlichen Verkaufspreis von € 500.000 bei einer Spanne von 0,4 bis 4,82% für einen Umsatz zwischen 25.000 und 1 Million €. Die tatsächliche Gebühr wird teilweise von der Komplexität der Transaktion abhängen (wie viele Eigentümer, wie viele Grundstücke, wie umfangreich ist die Beteiligung des Notaio während jeder Abwicklungsphase) und davon, wie stark der Wettbewerbsdruck in einem bestimmten Gebiet ist. Wenn ein Hypothekendarlehen aufgenommen wird, steigt die Notargebühr um weitere 60%, da der Notaio auch für die Registrierung des Pfandrechts verantwortlich ist. Sie können einen Notaio ohne weitere Verpflichtung um eine schriftliche Schätzung ihrer Gebühren für eine bestimmte Transaktion bitten. Wie in jedem anderen Beruf werden manche Notai gewissenhafter, reaktionsfähiger und professioneller sein als andere. Fragen Sie eine Person Ihres Vertrauens nach einer Empfehlung.

Der Notaio zieht auch Steuern und Gebühren ein, die dem Staat zustehen. Die Steuern sind auf seiner Rechnung ausgewiesen und werden deshalb fälschlicherweise oft als Teil der Kosten des Notaio interpretiert.

Wenn eine der Parteien kein Italienisch spricht

Der offizielle Eigentumsübertragungsvertrag, die Notariatsurkunde, wird in italienischer Sprache verfasst. Wenn ein Käufer (oder Verkäufer) kein Italienisch beherrscht, wird in der Regel ein zweisprachiger Anwalt mit einer Vollmachtsurkunde (procura) beauftragt, in deren Namen zu handeln. Andere Szenarien sind ebenso möglich, z.B. wenn alle Parteien (Käufer, Verkäufer und Notaio) die gleiche Fremdsprache sprechen, können die Verträge auch in dieser Sprache abgeschlossen werden. Allerdings müssen die Anhänge aus dem Italienischen übersetzt werden und die Notariatsurkunde muss selbst noch ins Italienische übersetzt werden. Diese Prozedur kann komplizierter sein kann, als dies oberflächlich scheinen mag.

Bezahlen Sie für neues Zuhause in Italien: Banken, Finanzierung und vieles mehr!

Der Zahlungsprozess

Entscheiden sich die Parteien vor dem tatsächlichen Abschlussgeschäft für eine Vorvereinbarung, leistet der Käufer in der Regel eine Anzahlung in Form eines persönlichen Schecks oder einer Banküberweisung, die direkt an den verifizierten Eigentümer der betreffenden Immobilie ausgestellt wird.

Restzahlungen werden in der Regel durch einen nicht übertragbaren Bankscheck auf den Namen des Empfängers (assegno circolare), zahlbar an den Verkäufer, gemacht.

Haben Sie ein paar zusätzliche Scheine unter Ihrer Matratze? Bargeldtransaktionen dürfen in Italien höchstens 2.999,99 Euro betragen, um den Geldwäsche-Gesetzen zu entsprechen.

Treuhandkonto

Sobald die Notariatsurkunde unterzeichnet ist, muss der Notar sie registrieren und das Grundbuch und die Steuerdatengrundlage aktualisieren. Der Artikel 2671 des bürgerlichen Gesetzbuches besagt, dass dies so schnell wie möglich, und auf jeden Fall innerhalb von 30 Tagen, erfolgen muss.

Dieser Prozess läuft normalerweise reibungslos ab. Je länger es jedoch dauert, umso größer wird für den Käufer die Gefahr, dass eine vorsätzliche Forderung wie ein Bank- oder Steuerpfandrecht auf das Grundstück platziert wird, bevor die Transkription in das Grundbuch erfolgt.

Das Gesetz 124/2017 löst dieses Problem durch die Einführung eines Treuhandkontos (“deposito del prezzo8), das von einem Notar verwaltet wird. Die optionale Verwendung eines Treuhandkontos kann von jeder Partei beantragt werden, obwohl dies fast immer der Käufer als der eindeutig Begünstigte, sein wird. Keine der Parteien kann der Verwendung der Treuhandeinrichtung widersprechen, nicht einmal als eine Bedingung für den Verkauf.

Wenn der Käufer die Treuhandkonto-Möglichkeit nutzen will, sollte er diesen Wunsch im Voraus bekannt geben. Der Notar ist dann in der Lage, die notwendigen Dokumente vorzubereiten, und der Verkäufer wird nicht überrascht.

Das Gesetz erlaubt den Parteien, die Treuhandoption auch noch zum Zeitpunkt der Unterschrift der Notariatsurkunde zu wählen; tatsächlich ist dies aber nur schwer vorstellbar.

Die vom Notar eingezahlten Gelder (ein auf den Notar ausgestellter Bankscheck) werden auf einem zweckgebundenen Bankkonto deponiert, das rechtlich getrennt vom eigenen Vermögen des Notars ist. Der Notar muss dem Verkäufer das Geld bei der erfolgreichen Übertragung der Notariatsurkunde freistellen.

Ein Käufer kann auch erwägen, die Treuhandeinrichtung zu nutzen und dazu eine Bedingung in der Notariatsurkunde zu stellen, z. B. dass die Gelder nur freigegeben werden dürfen, wenn ein bestehendes Pfandrecht erlischt, wenn die Verwaltungskosten der Eigentumswohnung bezahlt werden oder wenn das Eigentum von Sachen und/oder von einem Mieter befreit wird.

Es fällt nicht schwer, sich vorzustellen, dass diese Art einer bedingten Verwendung der Treuhandanlage durch den Käufer, die einem unwilligen Verkäufer auferlegt wird, zu einer juristischen Auseinandersetzung führen kann.

Da für den Notar zusätzliche Kosten für die Verwaltung des Treuhandprozesses entstehen werden, ist es ziemlich wahrscheinlich, dass er für diese Dienstleistung Gebühren erheben wird.

Auf kurze Sicht können Käufer davon ausgehen, dass Verkäufer mit der Nutzung eines Treuhandkontos nicht glücklich sind, da sie etwa eine Woche länger auf einen Zahlungseingang warten müssen. Aber der Verkäufer wird sich vielleicht damit abfinden.

Bankwesen in Italien

Die meisten Immobilienkäufer werden ein Bankkonto in Italien anstreben, damit sich die Zahlung ihrer neuen Wohnung und zukünftiger Stromrechnungen usw. vereinfacht.

Um ein Konto in Italien zu eröffnen, verlangt eine Bank eine persönliche Identifikation und eine italienische Steuernummer (codice fiscale). Die gute Nachricht ist, dass ein Codice fiscale recht einfach zu erhalten ist. Die Steuerbehörden freuen sich über jeden, der früher oder später Steuern zahlen möchte und helfen gerne! Ihr Immobilienmakler kann Ihnen ebenso helfen, eine persönliche Steuernummer zu erhalten, falls Sie eine benötigen.

Tipp: Vermeiden Sie Online-Simulationstools, die anhand Ihres Namens, Ihres Geburtsdatums und Ihres Geburtsortes eine Steuernummer generieren. Diese Tools erstellen eine Steuernummer, die bei den Steuerbehörden nicht anerkannt wird.

Eine Hypothekendarlehen erhalten

Für Käufer, die in Italien ansässig sind, sollte es nicht schwierig sein, ein Hypothekendarlehen für die Immobilie zu erhalten. Vorausgesetzt, sie können ein ausreichendes Einkommen nachweisen, um die Zahlung der Verbindlichkeiten zu leisten. Der Wert des Hypothekendarlehens darf 80% des Immobilienwertes, der vom Gutachter der Bank bestimmt wird, nicht überschreiten (dieser Wert kann möglicherweise auch mehr oder weniger als der Verkaufspreis sein). Die Höhe der Hypothek, die auf das Immobilieneigentum aufgenommen wird, kann höher als der tatsächlich angestrebte Hypothekendarlehenbetrag sein, da die Bank nicht nur den geliehenen Betrag, sondern auch ihre entstehenden Kosten absichern will.

Wenn der Käufer nicht in Italien wohnhaft ist und dort einen Einkommensnachweis hat, wird es fast unmöglich sein, ein Hypothekendarlehen in Italien zu bekommen. Es gibt jedoch noch Optionen. Eine solche wäre, ein Hypothekendarlehen auf Eigentum aufzunehmen, das außerhalb Italiens existiert – manchmal auch als „Eigenheimkredit“ bezeichnet. Dies hat tatsächlich den Vorteil, dass der Käufer keinen Wechselkursschwankungen ausgesetzt ist, die innerhalb eines Zeitrahmens von 10 bis 20 Jahren leicht 25% oder mehr betragen können.

Mietkauf

Ein Verkäufer kann bereit sein, den Kauf über die Finanzierungsoption eines Mietkaufs (Rent to buy) zu ermöglichen, die Ende des Jahres 2014 eingeführt wurde. Aufgrund der Beschränkungen dieses Programms werden Käufer und Verkäufer die Mietkauf-Lösung höchstwahrscheinlich jedoch eher als letzten Ausweg betrachten.

Hypothekendarlehenskosten in Italien

Bei einem Hypothekendarlehen in Italien, werden Sie die meisten oder alle der folgenden Ausgaben übernehmen müssen:

  • Hypothekenantragsgebühr (spese istruttoria)
    • Nicht alle Banken belasten dies. Diese Gebühr kann sich allerdings auf 500 € bis 1000 € belaufen.
  • Immobilienbewertungsgebühr
    • Die Bank wird die Immobilie unabhängig vom Angebotspreis oder Verkaufspreis bewerten, um deren Wert unabhängig zu bestimmen.
  • Versicherung für
    • das Eigentum
    • den Hypothekendarlehensnehmer
  • Notar-Gebühr
    • um das Pfandrecht registrieren zu lassen
  • Stempelsteuer für den Hypothekendarlehensvertrag
  • Steuern auf die Eintragung des Grundpfandrechts
  • „Unterstützendes“ Bankkonto
    • Viele Banken bitten, zusätzlich zum Hypothekendarlehen ein Konto bei diesem Institut zu führen. Es gibt keinen logischen Grund für eine Notwendigkeit – es werden lediglich zusätzliche Kosten für Sie generiert. Sie sollten es vermeiden, wenn Sie ein solches Konto nicht wirklich brauchen.

Können Ausländer Immobilien in Italien kaufen?

Es wird Sie freuen zu erfahren, dass Italien Ausländern in der Regel erlaubt, Immobilien auf seinem Staatsgebiet zu erwerben, solange Italiener im Herkunftsland des Käufers das Gleiche tun können, oder wenn der ausländische Kaufinteressent (regolarmente soggiornante) in Italien wohnt. Den Bürgern der EU und der EFTA sind keine Grenzen gesetzt. Für Schweizer Staatsangehörige gibt es allerdings Einschränkungen.

Können Nicht-EU-Bürger in Italien wohnen, wenn sie ein Haus kaufen?

Immobilieneigentum in Italien bietet keine besonderen Aufenthaltsrechte in Italien. Nicht-EU-Bürger unterliegen weiterhin den normalen Einreisebestimmungen, was für viele einen visumfreien Aufenthalt in Italien bis zu 90 Tagen bedeutet. Es ist auch möglich, ein langfristiges Wahlaufenthaltsvisa zu erhalten, wenn man nachweisen kann, dass man nicht in Italien arbeiten muss, weil z.B. erhebliche Einkommen (mehr als 31.160 € / Jahr), wie Lizenzgebühren, eine Rente, Investitionen o.Ä. außerhalb Italiens erzielt werden. Im Allgemeinen ist es sehr schwierig, ein Arbeitsvisum für Italien zu erhalten.

Nach dem Kauf Ihres Hauses

Benachrichtigungen

Sobald Sie Ihr neues Zuhause gekauft haben, müssen Sie andere über die gute Nachricht informieren! Wer auf jeden Fall benachrichtigt werden muss, hängt vom Einzelfall ab. Ihr Immobilienmakler kann Ihnen dabei helfen. Einige Beispiele:

  • Wenn das Haus Ihr Hauptwohnsitz ist:
    • Melden Sie Ihren Wohnsitz bei der Stadt. Das ist wichtig, wenn Sie eine Eigenheimzulage beantragen möchten. Aktuell haben Sie bis zu 18 Monate Zeit, um dies zu tun – Sie sollten aber nicht bummeln!
    • Aktualisieren Sie Ihren Personalausweis, Ihren Führerschein (sofern Sie einen besitzen).
    • Benachrichtigen Sie Ihre Bank, Ihre Auto-Versicherung (falls Sie eine abgeschlossen haben).
    • Melden Sie sich für einen neuen Arzt an, wenn Sie sich in einem anderen örtlichen Zuständigkeitsbereich der Gesundheitsbehörde (ASL) befinden.
    • Steuerbehörde, Rentensystem: Informieren Sie Ihren Arbeitgeber oder – wenn Sie selbstständig sind – die Steuerbehörden direkt.
    • Nachsendeauftrag bei der Post („Seguimi„) beantragen, das kostet ca. 30 € / Jahr
  • Versorgungsunternehmen
    • In den meisten Fällen ist es am billigsten, nur den Namen des Kunden (Voltura) zu ändern, anstatt einen neuen Dienst einzurichten:
      • z.B. Vorbesitzer, Kontonummer, Zählernummer
  • Ggf. den Verwalter der Wohnungseigentümergemeinschaft (l’amministratore del codominio)
  • Soprintendenza archeologia, belle arti e paesaggio – für denkmalgeschützte Immobilien: In den meisten Fällen muss die Benachrichtigung durch den Verkäufer erfolgen.

Laufende Kosten

Sobald Sie neuer Eigentümer geworden sind, entstehen Ihnen einige wiederkehrende Kosten:

  • Einrichtungen (Telefon, Gas, Elektrizität)
  • Eigentumswohnungsverwaltungskosten
    • nur, wenn Ihr Eigentum Teil einer Wohnungseigentümergemeinschaft ist
  • Lokale Müll- und Dienstleistungssteuer
  • Gemeinde- oder Grundsteuer (Imposta Municipale) für Dienstleistungen und Aufwände der Kommune
    • entfällt, wenn Ihr Haus als Hauptwohnsitz gilt – außer, es handelt sich um eine Luxusimmobilie.
  • Versicherung
    • Sie sollten zumindest eine Versicherung in Betracht ziehen, die Schäden an Dritten abdeckt, beispielsweise wenn eine Wasserleitung bricht und die Nachbarn einen Wasserschaden erleiden. Sie können auch Diebstahl, Feuer und andere Deckungen in Erwägung ziehen.
    • Vermeiden Sie eine doppelte Abdeckung:
      • Wenn Sie in einer Eigentumswohnungsgemeinschaft sind, kann es ggf. eine Gruppenversicherung für das Gebäude geben.
      • Wenn Sie ein Hypothekendarlehen aufgenommen haben, haben Sie eine gewisse Risikodeckung für das Leben über die Laufzeit des Hypothekendarlehens.

Tipp: Ihr Immobilienmakler kann eine Übersicht Ihrer voraussichtlichen jährlichen Besitzkosten erstellen.

Steuerabzüge

Immobilienbesitzer können von einer Reihe von Steuerabzügen profitieren, wenn sie in Italien eine Steuererklärung einreichen. Die genauen Details können sich von Jahr zu Jahr ändern.

  • Maklergebühr
  • Hypothekdarlehenszinsen
  • Renovierungskosten
  • Verbesserungen der Energieeinsparung

Wir sind hier um zu helfen

Wenn Sie nach Immobilien in Italien suchen, würden wir uns freuen, Ihnen bei dem ganzen Prozess zu helfen. Lassen Sie uns wissen, wie wir Ihnen helfen können. (über den Autor)

Hinweis: Die in diesem Handbuch enthaltenen Informationen wurden zum Zeitpunkt der Veröffentlichung nach bestem Wissen erstellt. Es wird „wie es ist“ ohne jegliche ausdrückliche oder stillschweigende Garantie zur Verfügung gestellt. Bitte lassen Sie uns wissen, wenn Sie das Gefühl haben, dass wir in diesem Leitfaden auch noch etwas anderes behandeln sollten.

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Inhalt


Fußnoten

1 L. 28-2-1997, n. 30
2 art 2932 cc
3 Artikel 13 D.P.R. 131/86 e art. 10 della Tariffa, Parte I, D.P.R. 131/86
4 Artikel 1475 cc
5 Artikel 1755 cc
6 40 T.U. 286/98
7 D.Lgs 42/2004
8 Legge 4 agosto 2017, n. 124